Neuhof

Gut Neuhof

Im 12. Jahrhundert hatten die Mönche des Klosters Eberbach umfangreiche Besitzungen und Siedlungen im Guldenbachtal: das Dorf Heddesheim sowie den Breitenfelser Hof, der an der Römerstraße lag und für Verkehr und Handel von Kreuznach nach Trier eine große Rolle spielte.

Der Breitenfelser Hof ist 1213 als „Bridenfas“ nachweisbar. Die Umgebung, die noch Urwald war, wurde in unermüdlicher Arbeit gelichtet, um Weideplätze für Schafe und Schweine zu schaffen. Die fruchtbarsten, milden Lehmflächen wurden vollständig entwaldet und dienten als Ackerflächen. Diese zogen sich im Laufe der Jahre bis zum heutigen „Hungrigen Wolf“ hin. Die weiter südlich liegende Wasserquelle war für Menschen und Vieh unentbehrlich.

Irgendwann wurde es zu weit und zu mühsam, die dortigen Bodenerzeugnisse zu dem alten Hof „Bridenfas“, also dem Breitenfelser Hof, zu bringen. Daher bauten sie an der noch heute bestehenden Wasserquelle einen neuen Hof.

Dem entwaldeten Berg gaben sie den Namen Mönchberg. In den Urkunden der Grafschaft Sponheim erscheint erstmals die lateinische Bezeichnung Nova Grangia, was so viel bedeutet wie „Neuer Hof“.

Graf Walram von Sponheim befreite 1369 die Höfe und Besitzungen der Abtei Eberbach, u. a. den „Neuen Hof“, von allen herrschaftlichen Abgaben und Lasten.

Die Akten und Urkunden des Klosters Eberbach wurden 1631 geraubt, sodass es danach keinen Nachweis mehr über die Besitzverhältnisse des Breitenfelser Hofes und des Neuhofes gibt.

Im Zinsbuch der Stadt Bad Kreuznach von 1531 steht der veränderte Name „Nervon hoff“. Unter diesem Namen erscheint der Neuhof 1561 in Prozessakten des Oberamtmannes von Dienheim gegen die Stadt Kreuznach.

Von 1546 bis 1765 war er im Besitz dieses Oberamtmannes.

Von 1756 bis 1805 war der Oberamtmann von Hundheim Besitzer des Neuhofes.

In den Jahren 1805 bis 1845 war Philipp Orttenberger der Besitzer. Er besaß 1819 auch eine Scheune auf dem Breitenfelser Hof.

Im Jahre 1845 ging der Neuhof durch Verkauf oder Ersteigerung an die Gebrüder Fritz und Heinrich Stumm aus Kastellaun über. In dieser Zeit hieß der Hof „Stummscher Hof“.

Von 1902 bis 1904 war der Neuhof im Besitz von August Michel aus Sprendlingen.

Am 5. Januar 1905 ging der Neuhof durch Kauf zu einem sehr hohen Kaufpreis von 45.800 Mark an den Kaufmann Lorenz Klein aus Mülheim bei Köln über. Lorenz Klein stammte aus einem alten Bauerngeschlecht in Kludenbach im Hunsrück. Beruflich war er in Mülheim bei Köln tätig. Am 18.10.1890 heiratete er dort Elisabeth, geb. Cramer. Von sieben Kindern blieben drei Töchter am Leben: Elisabeth (geb. 06.02.1893), Maria (geb. 18.02.1896) und Therese (geb. 27.08.1900).

Am 22.09.1922 heiratete die jüngste Tochter Therese den Landwirt Aloys Wolfarth aus Wallhausen. Die Schwester Maria lebte weiterhin auf dem Hofgut und half dort tatkräftig mit.

Die Nachkommen der Familie sind noch heute im Besitz des Gutes Neuhof. Aktuell wird der Hof vom Enkel von Therese und Aloys, Wigbert Wolfarth, geführt.

Gut Neuhof in den 1950er Jahren.

Gut Neuhof im Jahr 2022.

Therese und Aloys Wohlfarth.

Therese und Aloys Wolfarth mit Kindern und Enkeln.

Schweine auf dem Weg zur Schule.

Aufwärmen von innen nach der Eisweinlese in den 1960er Jahren.